Chestertons 'Orthodoxie' als Bilderbuch

Beim Lesen von Orthodoxie ist mir aufgefallen, wie bildhaft Chestertons Sprache ist. Es kam mir so vor, als wollte er eigentlich ein Bilderbuch schaffen, doch dann fehlte ihm die Musse, dies auszuführen.

Ich suchte also die griffigsten Zitate raus, suchte passende Bilder dazu und versah die Zitate mit Erklärungen (da einige Zitate ohne Zusammenhang nicht ganz verständlich sind). Ursprünglich sind diese (und weitere 14) Bilder auf einer Facebook-Page erschienen, doch da kamen sie nicht richtig zur Geltung, darum habe ich sie alle in ein quadratisches Format gebracht und hier nochmals publiziert:

Chestertons Orthodoxie als Bilderbuch

Dann mach doch die Bluse zu (Buchbesprechung)

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Die Diskussionen über Gender, Familie, Homosexualität etc. sind ja im höchsten Grade verfahren, die Argumente alle gehört, beide Seiten bewegen sich keinen Millimeter von ihrem Standpunkt.

In dieser Situation kann man sich einfach genervt ausklinken. Es gibt aber auch eine Alternative: Birgit Kelles Kolumnen sowie ihr Buch “Dann mach doch die Bluse zu: Ein Aufschrei gegen den Gleichheitswahn”, das ich gerade gelesen habe.

Obwohl (oder gerade weil) Kelle nicht aus der christlichen Ecke argumentiert, sind ihre Texte bissig, ehrlich, ungezwungen, voll von gesundem Menschenverstand und smart.

Und das braucht’s. Denn das Thema ist zum Teil rabenschwarz. Beim Durchlesen ihres Buches hatte ich einige Male gestockt und gedacht: »oh the humanity«, was wird aus der Rasse Mensch noch werden? Vor allem wenn es um Gender-Mainstreaming oder Abtreibungen geht, bekroch mich ein kaltes Gruseln ob dem Gedanken, wohin das alles noch führt.

Doch genau deshalb braucht es einen Schuss Zynismus gemischt mit einer Brise gesunder Menschenverstand, wo man dem Gegner recht geben muss und wo nicht.

Hier drei der unterhaltsamsten Zitate aus dem Buch:

Ein Gott, der straft und tötet? (Buchbesprechung)

Ein Gott, der straft und tötet? von Bernd Janowski

Ein Gott, der straft und tötet? von Bernd Janowski

Beim Lesen des Alten Testaments komme ich immer mal wieder ins Stocken: “Wieso musste Ussa sterben, als er die Bundeslade vor dem Runterfallen bewahrte? Wieso, Gott, wieso?”.

Jeder, der sich ernsthaft mit dem Alten Testament auseinandersetzt, kommt irgendwann auf diese Fragen. Manche geben das AT einfach auf, und beschränken sich aufs Neue. Das war für mich aber keine Option. Es muss doch möglich sein, dass ich das Alte Testament als Gesamtes, mit all den schwer zu verstehenden Details gewinnbringend lesen kann!

Als dann noch jemand in der Gemeinde mit ähnlichen Fragen zu mir kam und ich keine rechte Antwort darauf geben konnte, liess ich mir von Dave Jäggi das Buch “Ein Gott, der straft und tötet?” empfehlen.

Welche Fragen beantwortet das Buch? Welche nicht?

Zunächst zum Autor: Bernd Janowski ist Professor für Altes Testament in Tübingen. Er weiss also, wovon er spricht. Das Buch ist aber auch für Nicht-Theologen wie mich gut verständlich.

Der Kern des Buches ist die Widerlegung der Theorie, dass das Neue Testament einen anderen Gott verkünde wie das Alte. Markion hat diese Theologie begründet und die Folge dessen sind relativ gut in unserer Kultur zu spüren. Aus dem Vorwort:

Während sich die einen ein Christentum ohne Altes Testament nicht vorstellen können, möchten die anderen es am liebsten aus der christlichen Bibel verbannen - vielleicht bis auf die Psalter, der zusammen mit dem Neuen Testament auf vielen Hotelzimmern als Nachttischlektüre bereitliegt.

Die Auflösung dieses Konflikts “Rache-Gott des Alten Testaments” vs. “Liebender Gott des Neuen Testaments”, das ist das Ziel des Buches und das gelingt Janowski gut.

Trotzdem blieben auch nach dem Buch bei mir einige Fragen offen, insbesondere die Auslöschung ganzer Städte (inkl. Frauen und Kinder) im Buch Josua und Richter. Weiter: Ein ganzes Kapitel lang beleuchtet Janowski die Aufforderung zum Opfern von Isaak, dabei schafft er es aber nicht, wesentlich mehr zu erklären, als dass Gott von Abraham einen “blinden Gehorsam” forderte.

Doch im Grossen und Ganzen kann ich das Buch sehr empfehlen: Janowski bleibt der Bibel treu - ist zwar historisch-kritisch, aber sicher nicht liberal. Für mich war es das erste Buch über das Alte Testament, und zu einem “Einstieg ins Alte Testament” hat es mir einen wertvollen Dienst getan.

Einige wertvolle Einsichten aus dem Buch will ich Euch nicht vorenthalten:

Ein Pfingstler ringt mit dem Liberalismus – wie Barth zur Vorentscheidung beitrug

Vor gut einem Jahr erwischte mich die liberale Theologie auf falschem Fuss: Der Versuch, die Bibel anhand “ausserbiblischen Texten” zu überprüfen schien fair. Was mich völlig verwirrte war, dass wenn man die Bibel reduziert auf nur das, was auch ausserhalb der Bibel aufgezeichnet wurde, dass sich die Bibel zersetzt und zu einem Märchen verkommt, denn: Fast keine der biblischen Geschichten lässt sich historisch beweisen. In meinem naturwissenschaftlichen Studium lernte ich, dass Theorien dem “Test vieler Experimente” standhalten müssen - sie lassen sich nicht aufgrund nur einer Beobachtung, eines Augenzeuges beweisen. Mein christlicher Glaube stand urplötzlich im luftleeren Raum.

Rettender Strohhalm gesucht! Schaeffer - die grosse Anpassung

Francis Schaeffers Buch bot leider nicht die erwünschte Hilfe

Francis Schaeffers Buch bot leider nicht die erwünschte Hilfe

Ich versuchte, mich an irgendeinem Ästchen zu halten, um nicht völlig abzustürzen. Ich las Schaeffers Buch “die grosse Anpassung”. Was mit Christen passiert, die in die liberale Strasse einbiegen, beschreibt er darin so: In den Schweizer Alpen gibt es Wasserscheide, auf der einen Seite des Kamms fliesst das Wasser ins Mittelmeer, auf der anderen Seite in die Nordsee. So verhält es sich auch mit den Christen: auf der einen Seite die, welche die Bibel wörtlich verstehen, auf der anderen Seite die, welche sie nicht wörtlich verstehen. Die Christen auf der einen Seite landen schlussendlich im orthodoxen, den Glauben verkündigenden Meer, die Anderen im liberalen, sich der Gesellschaft anpassenden, ewig-jasagenden Meer.

Schaeffers Analyse fand ich schlüssig, das Problem war aber, dass dies meine Situation nur noch schlimmer machte. Ich wusste jetzt zwar, dass ich auf der falschen Seite des Kamms tendierte und je mehr ich diesen nagenden Gedanken nachginge, desto schlimmer würde es mit mir werden. Doch eine zufriedenstellende Antwort auf meine Frage bekam ich trotzdem nicht.

Wieso gedeiht Glaube im Gefängnis besser als im Wohlstand?

auf dem dritten Boden ersticken Sorgen, Reichtum und Begierden die Pflanze und sie bleibt kümmerlich

auf dem dritten Boden ersticken Sorgen, Reichtum und Begierden die Pflanze und sie bleibt kümmerlich

Nach vierzehn Jahren Haft in kommunistischen Gefängnissen wird Richard Wurmbrand freigekauft und flüchtet in das Christentum des Westens. Doch was findet er vor?

Gläubige Christen? (Denn sie können ja gefahrlos die Bibel lesen)
Starke Gemeinden? (Denn in Freiheit können sie ihre Gottesdienste abhalten)
Wachsende Gemeinden? (Denn das Evangelium kann frei und offen verkündigt werden)

Nein, was er vorfindet, sind schwache Gemeinden. Und er wünscht sich sogar zurück in die Untergrundkirche Russlands!

Ich leide im Westen mehr, als ich in kommunistischen Ländern gelitten habe. Mein Leiden besteht vor allem in der Sehnsucht nach der unaussprechlichen Schönheit der unterdrückten Kirche.

Eines seiner Bücher (Gefoltert für Christus) habe ich gelesen, und fand es bizarr, dass der Glaube in unterdrückten Kirchen stärker ist als in Kirchen in freien Ländern. Wieso ist das nur so?

Mir ist das Gleichnis des Sämanns in den Sinn gekommen: Der dritte Boden ist der, wo der Samen unter Dornen fällt und die Pflanze nur zu einer kümmerlichen Gestalt wächst. Die Dornen, erklärt Jesus, sind Sorgen, Reichtum und Begierden. Insbesondere den Reichtum zeichnet unsere Länder aus. Schwer ist’s für einen Reichen ins Reich Gottes zu kommen. Wieder und wieder warnt uns die Bibel vor dem »Betrug des Reichtums«. Doch wie können wir seinem Betrug entgehen? Wie können wir die Dornen wegreissen, um unsere Pflanzen zu vollem Wuchs zu bringen? Müssen wir in ein Land auswandern, wo Christen-Verfolgung herrscht? Wohl kaum. Und doch ist mir nicht recht klar, wie ich mich vor dem Betrug des Reichtums schützen kann.

Und darum geht es mir nicht mal um die Überlegung, wie ich ein „besserer Christ“ sein kann. Es geht mir um die Fülle, die Gott beim vierten Boden verspricht. Was, wenn alle Dornen aus meinem Leben weg sind, die mir das Licht und die Nährstoffe wegnehmen?

Hier ein paar wertvolle Lektionen aus Wurmbrands Buch:

Wie gestaltest Du Deine Zeit im Wort und Gebet – Zusammenfassung

Über knapp 2 Wochen haben 9 Autoren erzählt, wie sie ihr Bibellesen und Gebet gestalten. Dabei kamen sehr unterschiedliche Beiträge zusammen, und das hat mich sehr gefreut. Denn in der Bibel steht nicht, wann und wie lange Bibel lesen und beten soll. (Ben Misja hat anhand Ps 1,2 erklärt, wie weit die Bibel in diesem Thema geht).

Es ist eine reichhaltige Anzahl Anregungen zusammengekommen:

Autor Lebenssituation Praktiken / Empfehlungen

Ruth Metzger

alleinstehend, berufstätig

Regelmässiges Lesen, Beziehungs-Gebet, Fürbitte, Austausch in Kleingruppe

Hansruedi Stutz

alleinstehend, pensioniert

regelmässiges Lesen

Hanniel Strebel

Vater von 5 Kindern, 70% berufstätig

regelmässiges Lesen und kämpfen um die Sehnsucht nach Gott

Dave Jäggi

Vater von 3 Kindern, 50% berufstätig, 50% im Gemeindedienst

Eigenen Stil finden, verschiedene Orte und Symbole, Schöpfung

Sebastian Walter

In Ausbildung zum katholischen Priester

Stossgebet, Lieblingsgebete (bekannte Gebete), Zeitungsbeten

Jonas Erne

Frischgebackener Vater, berufstätig, im Predigtdienst

Regelmässiges Lesen, Lobpreis, Zungengebet

Ben Misja

Vater von 4 kleinen Kindern, Theologe

Bibelexegese bei Predigtvorbereitung, Dankgebet, Nachdenken (Bibel-Meditation)

Hans-Jörg Ronsdorf

Vater von 5 fast erwachsenen Kindern, Selbständig, Bücher-Autor

Bewusste Suche nach Begegnung mit Gott (statt Leseplan)

Eddi Klassen

Vater von 3 Kindern, Berufstätig bei christlichem Verlag

Bibelleseplan, Gebet als Antwort auf Lesen, Andachts- Bücher, Lesebibeln, Gemeinsames Lesen

Nochmals vielen herzlichen Dank allen Autoren für das offene Erzählen. Es ist mein Gebet, dass es einigen Christen neue Ideen für ihre Stille Zeit gegeben hat. Was mich selbst überrascht hat, ist dass fast alle Gebet und Bibellesen miteinander vermischen (ich hatte das früher voneinander getrennt).

Noch was: wie man die Bibel lesen kann ohne die Bibel zu lesen

Ich würde gerne noch zwei Tipps hinzufügen. Manchmal ist es wirklich schwer, Zeit zu finden um die Bibel zu lesen. Ich merkte das vor allem mit kleinen Kindern – manchmal klappt es schlicht nicht, zusammenhängende Zeit zu finden. Aber es gibt Alternativen!

Wie gestaltest Du Deine Zeit im Wort und Gebet? – Eddi Klassen erzählt

Dies ist Gastbeitrag Nr. 9 in der Reihe, wo Christen erzählen, wie sie ihr Bibellesen und Beten gestalten. Hier geht’s zur Übersicht.


Eddi Klassen

Eddi Klassen

Eddi, erzähle kurz über Dich: Wie lange bist Du schon Christ? In welcher christlichen Tradition lebst Du? Was machst Du beruflich? Hast Du Familie?

Ich habe gläubige Eltern und wusste schon mit 9 Jahren, dass ich ohne Glauben an Jesus verloren gehe. Nach einer Kinderstunde habe ich mich bekehrt. Aber erst mit 15 oder 16 Jahren kam die große Sündenerkenntnis. Dies führte mich zum Kreuz. Dort fand ich Gnade und ließ mich danach taufen. Meinen Glauben finde ich wunderbar zusammengefasst im Glaubensbekenntnis der Mennoniten-Brüdergemeinde vom Jahr 2000 und dem Baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689. Seit einigen Wochen arbeite ich beim Betanien Verlag. Ich bin verheiratet und wir haben drei Söhne.

Welches sind die Herausforderungen, um Zeit zu finden für das persönliche Gebet/Bibellesen?

Die Herausforderungen ändern sich mit den Lebensumständen. Zur Zeit habe ich wieder einen regelmäßigen Tagesablauf und die Zeit für Gott nimmt wieder größeren Raum ein.

Nutzt Du einen Bibelleseplan? Wenn ja, welchen?

Ich habe im Laufe der Jahre verschiedene Lesepläne verwendet. Erwähnen möchte ich nur einen, mit dem man in 90 Tagen die Bibel durchliest. Das schafft man, wenn man ca. 1 Stunde pro Tag in der Bibel liest. Das ist einfacher als man denkt. Weitere Infos gibt es hier

Ich habe in meinem Elternhaus gelernt, regelmäßig die Bibel zu lesen. Familienandachten und ermutigende Worte der Eltern haben mich dabei unterstützt. Das versuchen wir jetzt auch bei unseren Kindern. Unser Ältester verwendet seit diesem Jahr das Andachtsbuch Die Spur 2015. Im Laufe des Jahres hat er so zahlreiche Kapitel aus der Bibel selbstständig durchgelesen.

Wie gestaltest Du Deine Zeit im Wort und Gebet? – Hans-Jörg Ronsdorf erzählt

Dies ist Gastbeitrag Nr. 8 in der Reihe, wo Christen erzählen, wie sie ihr Bibellesen und Beten gestalten. Hier geht’s zur Übersicht


Hans-Jörg Ronsdorf

Hans-Jörg Ronsdorf

Hans-Jörg, erzähle kurz über Dich: Wie lange bist Du schon Christ? In welcher christlichen Tradition lebst Du? Was machst Du beruflich? Hast Du Familie?

Ich bin in christlichem Elternhaus aufgewachsen, habe mich mit 14 Jahren bekehren dürfen. Ich komme aus einer sehr konservativen Richtung, die auf persönliche Bibellese und Gebet sehr viel Wert gelegt hat. Jetzt bin ich 51 Jahre alt, Vater von 5 fast erwachsenen Kindern. Ich bin selbstständig und teils viel unterwegs im In- und Ausland.

Welches sind die Herausforderungen um Zeit zu finden für das persönliche Gebet/Bibellesen?

Für mich ist die Herausforderung, die Bibel nicht nur als Predigtvorbereitung zu lesen, und als „Material“ ein Buch zu schreiben, sondern das Wort als persönliche Botschaft für mein Leben Raum zu geben. Das ist meine Anstrengung, die Stille vor Gott etwas sehr persönliches werden zu lassen ohne in theologische Kategorien oder eine mögliche Predigt abzugleiten.

Manchmal lese ich die Bibel 2 oder 3 Tage gar nicht. Nicht mit Absicht, sondern weil auf Reisen manchmal bei mir so etwas nicht klappt. Das weckt ganz neuen Hunger nach dem Wort in mir und läßt mich das Wort tatsächlich manchmal erleben, als würde ich es das erste Mal lesen.

Einerseits bewundere ich jene mit eiserner Disziplin zur täglichen Bibellese. Doch mir ist eine Pflicht nicht so wichtig wie das echte Erlebnis, dem Herrn in seinem Wort zu begegnen. Ich denke dann auch an die Sklaven, die Christen wurden und nie weder das AT noch das NT in den Händen hielten. Wie sah ihr geistliches Leben aus? An der Bibellese alleine hängt das nicht. Und Beten kann man im Gegensatz zur Bibellese oft, sehr oft auch ohne gesprochene Worte.

Wie gestaltest Du Deine Zeit im Wort und Gebet? – Ben Misja erzählt

Dies ist Gastbeitrag Nr. 7 in der Reihe, wo Christen erzählen, wie sie ihr Bibellesen und Beten gestalten. Hier geht’s zur Übersicht


Benjamin Misja

Benjamin Misja

Ben, erzähle kurz über Dich: Wie lange bist Du schon Christ? In welcher christlichen Tradition lebst Du? Was machst Du beruflich? Hast Du Familie?

Ich bin in einer freikirchlichen Familie aufgewachsen und als Jugendlicher langsam aktiver Christ geworden. Momentan gehöre ich einer kleinen Baptistendenomination in den Vereinigten Staaten an. Ich habe vier Kinder und bin von Beruf zurzeit selbstständiger Theologe. Aber nicht von der Sorte, die sich für Beerdigungen mieten lässt oder Bücher schreibt. Meine Tätigkeit besteht darin, dass ich für eine Bibelsoftwarefirma digitale Inhalte zur Bibel in deutscher Sprache erstelle.

Welches sind die Herausforderungen, um Zeit zu finden für das persönliche Gebet/Bibellesen?

Für mich ist das relativ schwer. Ich arbeite zuhause und meine Kinder sind noch sehr klein. Davon kommt man kaum weg. Wenn ich z.B. früher aufstehen will, schlafen sie nicht einfach weiter…

Lass mich versuchen zu beschreiben, wie mein geistliches Leben aussieht. Ich merke zunehmend: Mein Weg mit Gott funktioniert (zumindest zurzeit) anders. Meine Beziehung zu Gott sucht sich sozusagen andere Wege.

Ich habe das Glück, dass ich fast jeden Tag mehrere Stunden mit dem Bibeltext verbringe - sei es bei meiner Arbeit, bei Internetdiskussionen oder beim Bloggen. Dazu kommen der Hauskreis und das wöchentliche Treffen mit meinem Pastor, dem ich bei der Predigtexegese und -meditation helfe. Nicht immer kann ich die Bibel dabei sozusagen für mich persönlich lesen. Aber Gott versorgt mich jede Woche mit neuen geistlichen Impulsen und einem oder zwei Texten, die mein Verständnis des Evangeliums vergrößern oder mein Gewissen treffen.

Ich habe über Jahre mit dem Problem gekämpft, trotz der Belastung Gelegenheiten für die Stille Zeit zu finden. Es hat nicht geklappt. Ich habe irgendwann angenommen, dass das eine normale Phase im Leben von Eltern sein kann, die aber auch nur das ist: Eine Phase. Als Christ muss ich ja nicht perfekte Angewohnheiten entwickeln. Frei nach Paulus: Ich lebe aufgrund der Gnade, nicht aufgrund von Werken. Was dann zählt, ist, wie ich mein Leben ausrichte, nicht, wie gut ich dabei bin.

Nutzt Du einen Bibelleseplan? Wenn ja, welchen?

Nein. Gelegentlich lese ich Andachten. Manchmal kehre ich zu einer Stelle zurück, die ein gerade relevantes Thema behandelt. Bei der Predigtvorbereitung geht es fortlaufend durch ein bestimmtes Buch. Für mich selbst lese ich sonst einfach ein Bibelbuch am Stück.

Wie gestaltest Du Deine Zeit im Wort und Gebet? – Jonas Erne erzählt

Dies ist Gastbeitrag Nr. 6 in der Reihe, wo Christen erzählen, wie sie ihr Bibellesen und Beten gestalten. Hier geht’s zur Übersicht


Jonas Erne

Jonas Erne

Jonas, erzähle kurz über Dich: Wie lange bist Du schon Christ? In welcher christlichen Tradition lebst Du? Was machst Du beruflich? Hast Du Familie?

Es sind jetzt 13 Jahre, seit der Herr Jesus mich bezwungen und der Heilige Geist mich zu Ihm gezogen hat. Ich bin ein Pfingstler, der gerne über den Tellerrand hinausblickt, und habe deshalb Freude an der Vielfalt der Gemeinden, die sich zum Herrn Jesus und zur unbeschränkten Zuverlässigkeit der Bibel bekennen. Seit 6 Jahren bin ich verheiratet und im Mai dieses Jahres ist unser erstes Kind, ein Sohn, zur Welt gekommen. Nachdem ich Theologie studiert habe, arbeite ich jetzt in der Kunststoffproduktion und helfe natürlich auch in unserer Gemeinde mit. Ab und zu werde ich auch von verschiedenen befreundeten Gemeinden eingeladen, um dort als Gast zu predigen.

Welches sind die Herausforderungen um Zeit zu finden für das persönliche Gebet/Bibellesen?

Zeit haben wir eigentlich alle genug, nämlich 24 Stunden am Tag. Das Zeit haben ist somit nicht das Problem. Das Zeit zu finden ist dann eher eine Frage der Prioritäten. Was mir wichtig ist, das setze ich an den Anfang des Tages, dann kann mir nichts anderes dazwischen kommen.