Klaus Berger geht in seinem Buch “die Bibelfälscher” auf die historisch-kritische Jesusforschung ein. Diese Forschung hat sich zum Ziel gesetzt, nun mal wirklich herauszufinden, was denn an Jesus wahr ist und was nicht. Doch statt dass dabei etwas Erbauendes herausgekommen ist, ist nur alles in sich zusammengefallen. Am besten beschreibt dies James Pike, als er über sein Theologie-Studium sagte:

Ich erwartete und verlangte nach Brot; aber als ich meinen Abschluss machte, blieb ich mit nichts weiter als einer Handvoll Kieselsteine zurück
(aus “Die große Anpassung” von Francis Schaeffer)

Klaus Bergers Buch befasst sich hauptsächlich mit den Behauptungen der vier Phasen der Jesusforschung. Er geht auf Argumente von Albert Schweitzer, Rudolf Bultmann, John Crossan etc. ein und widerlegt sie gekonnt. Dabei zeigt die Offensichtlichkeit auf, dass diese Forschung in eine Sackgasse geraten ist, weil die Ursprungsfrage falsch gestellt war:

Bedenklich ist das Kriterium, nur bei den Worten Jesu sei der Überlieferung zu trauen, nicht bei den Geschichten. […] Niemand kommt auf die Idee, hier einmal die Methoden selbst zu kritisieren oder zu hinterfragen - oder schlicht zu fragen, ob bei einer solchen Ergebnislage nicht einige Anfragen an die Methode überfällig sind. Nein, ich weigere mich, aufgrund der Hypothese zu den Quellen der Evangelien dann strikt nach der Subtraktionsmethode vorzugehen und alles abzuwerten, was der eine mehr hat als der andere. Das ist nichts weiter als eine zum Selbstläufer gewordene Ideologie. Dazu gehört zum Beispiel die Frage nach dem Wert oder Unwert der Stücke, die Matthäus mehr hat als Markus. Ist das alles wertlos, weil sekundär, weil man davon ausgeht, dass Matthäus sich das alles - natürlich grundlos - ausgedacht habe? […]

Schon Albert Schweitzer hatte die drei großen »Entweder-oder« der Jesusforschung freigelegt, denn das entstehende Jesusbild sei dann »entweder rein geschichtlich oder übernatürlich«. Das Ergebnis sei eine rein geschichtliche Antwort der Forschung.

Die Untersuchung [dieser] geschilderten Probleme hat über mehr als zwei Jahrhunderte hin kein Ergebnis gebracht. Noch nicht einmal im Ansatz wurden konsensfähige Kriterien entwickelt. […] Es könnte daher sein, dass die Frage echt/unecht nicht nur unbeantwortbar, sondern überdies falsch gestellt ist. […] Ich finde es erschreckend, wie eine doch einigermaßen gut bestückte und international wichtige Forschung sich freiwillig in den Bannkreis einer einzigen verfehlten Fragestellung hineinzwingen lässt.

Der extremste Auswuchs dieser Forschung ist wohl das Jesusseminar. Es ist einfach traurig, dass sich Theologen lieber mit solch unsinnigen Themen beschäftigen und dabei Jesus selbst verpassen.