Klaus Berger - die Bibelfälscher. Eine Kritik an der liberalen Bibelauslegung

Klaus Berger - die Bibelfälscher. Eine Kritik an der liberalen Bibelauslegung

Klaus Berger hat mit “die Bibelfälscher” eine Verteidigung gegen eine liberale (“kritische”) Interpretation der Bibel geschrieben. Er schreibt:

War die Antwort meiner Klassenkameraden auf das Christentum noch: »Ich kann es nicht glauben« (bis 1960), so lautet die Antwort heute: »Es stimmt ja sowieso alles nicht«

Systematisch widerlegt er die Einwände der liberalen Theologen, die Bibel stimme ja doch nicht (ich habe bei der Review zur Zürcher-Bibel schon etwas zur historisch-kritischen Methode geschrieben).

Sein Titel ist etwas irreführend. Er klingt als behaupte er, dass die Bibel in der heutigen Form gefälscht sei (was seine Gegner behaupten). Er bezeichnet aber die liberalen Theologen als “Bibelfälscher”: Er wirft ihnen vor, dass sie der Bibel Falschheit vorwerfen und so etwas was richtig ist zum Falschen verdrehen.

In den folgenden Tagen werde ich einige markante Zitate aus dem Buch hier auf dem Blog veröffentlichen. Heute ein Zitat von Berger, wo er gekonnt argumentiert, dass falls die Bibel historisch nicht stimmen würde, dass der Glaube in sich selbst zusammenfällt:

Die Auskunft »War gar nicht«, »Ist gar nicht passiert«, »Ist nur eine Legende« war die häufigste bei der Beschäftigung mit der »biblischen Geschichte«, jenen Ereignissen also, die für die Aussagen des Credo die Basis bilden, denn biblische Religion ist nun einmal eine Religion, die auf Tritt und Schritt am Tropf der Geschichte hängt. Daher scheitern immer wieder alle Versuche, die aus der Bibel eine handliche Philosophie machen wollen und die Einbahnstraßen und Umleitungen der Geschichte scheuen. Denn wie man es auch dreht und wendet, in irgendeinem Sinne bleibt der Bibelgelehrte immer Historiker. Der Verlust der Historie unter den Füßen brachte zuwege, dass die Theologie in Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin- und hergeworfen war zwischen Sozialismus, Maoismus, Öko-Pazifismus, Feminismus und grundlegender Staatskritik […] sowie diversen Spielarten der Befreiungstheologie. […] Die Verknüpfung von Glaube und Geschichte in der Exegese ist deshalb wichtig, weil dieser Glaube dann auch wieder Wirken, Auswirkungen in der Geschichte verlangt. - Indem aber die Geschichten, welche die Texte je und je erzählten, abgebaut und zerkrümelt wurden, schlichen sich neue Grundgeschichten ein. Im Ergebnis wurden die Leser über die Geschichte getäuscht. Die Basis des Credo wurde je und je umgetauscht, der historische Text nur noch als Allegorie gelesen. Wer zum Beispiel die Geschichte von David, Bethlehem und dem Messias als Davids Sohn nicht hören will, schiebt an dieser Stelle eine andere Geschichte ein, über die er dann an Weihnachten zum Weihnachtsevangelium predigt, nämlich etwa die von proletarischen Bauern, die sich zum vorletzten Aufstand erheben.